Erzeugung von Bio-Produkten

September 12, 2018 | Wirtschaftsbranchen a Lëtzebuerg | Emilie di Vincenzo

Eine profitable Alternative in der Landwirtschaft

Der Arbeitsalltag eines Landwirtes ist selten rosig. Aufgrund der relativ niedrigen Abnahmepreise für die von ihnen hergestellten Erzeugnisse erzielen sie unter Umständen keine ausreichenden Einnahmen.

Indem sie sich jedoch den Marktgegebenheiten anpassen und sich für die Stellung eines Bio-Erzeugers entscheiden, kann sich für sie eine neue Perspektive eröffnen und sie können ihren Umsatz steigern. Bio-Produkte werden stärker denn je geschätzt. Wie wird man nun Bio-Landwirt? Welche Zukunft hat dieser Wirtschaftszweig?

Optimal ist es, wenn man seine Erzeugnisse selbst vermarkten kann, denn die Verbraucher schätzen den direkten Draht zu den Erzeugern der Produkte ganz besonders!

Vor allem körperliche Arbeit prägt diesen Beruf

Es ist vor allem zu bedenken, dass der sich leidenschaftlich für seinen Beruf interessierende Landwirt Arbeitsstunden, die er für die Bewirtschaftung leistet, nicht genau nachzählt. Bei der Erzeugung von Bio-Produkten gibt es keinen genau festgelegten Rhythmus. Man muss in diesem Beruf körperlich vollkommen fit und belastbar sein. Nur dann wird man erfolgreich sein. Je nach den individuellen Zielsetzungen kann man sich unter mehreren Alternativen entscheiden: für die Erzeugung von Lebensmitteln (Getreide, Mais, Früchte etc.), für die Tierzucht (Kühe, Schweine, Geflügel) oder auch die Milcherzeugung. Bei den Bio-Erzeugnissen achtet man ganz besonders auf kurze Kreisläufe und direkte Vermarktung. Optimal ist es, wenn man seine Erzeugnisse selbst vermarkten kann, denn die Verbraucher schätzen den direkten Draht zu den Erzeugern der Produkte ganz besonders!

Um alle unterschiedlichen Anforderungen bewältigen zu können, muss der Erzeuger von Bio-Produkten nicht nur körperlich belastungsfähig sein, es kommt auch auf geschicktes Zupacken mit den Händen an. Es kommt zudem auf das selbstständige Entscheiden an, und er hat sämtliche auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb anfallenden, in Handarbeit zu verrichtenden Arbeiten, kompetent zu bewältigen. Er muss in der Lage sein, zu unregelmäßigen Zeiten zu arbeiten. Er wird auch in der Urlaubszeit auf seinem Hof tätig sein. Er sollte natürlich unbedingt eine ausgesprochene Neigung zu den Tieren und zur Natur besitzen.

Entscheidet er sich für die Viehzucht, so muss er auf die Gesundheit der Tiere besonders genau achten.

Wie wird man zu einem Erzeuger von Bioprodukten?

Zu Beginn muss man über einen beruflichen Befähigungsnachweis (DAP) verfügen, denn dieser ist unbedingte Voraussetzung, um den Status eines Bio-Landwirtes zu erlangen. Wer sich für diesen Beruf interessiert, muss neunte Klasse erfolgreich besucht haben und anschließend einen positiven Bescheid des Lehrerkollegiums erhalten. Die dreijährige Ausbildung verläuft im Wechsel von Kursen des technischen Gymnasiums und dem Absolvieren von Praktika. Eine Konzentration auf das Thema Landwirtschaft während der Grundlagenausbildung ist empfehlenswert. Ratsam ist jedoch, sich in der Bio-Produktebranche rasch zu spezialisieren.

Beim Eintritt in die Arbeitswelt muss der angehend Landwirt schon beweisen können, dass man entschlossen ist, das Bio-Label zu erwerben und auch beizubehalten. Der Hersteller von Bio-Produkten muss nämlich mit den staatlichen Aufsichtsbehörden regelmäßig Überprüfungen vereinbaren; diese sind übrigens kostenpflichtig. Zum Abschluss dieses Verfahrens erhält er das Bio-Label. Wer die verpflichtenden Normen jedoch nicht einhält, riskiert, dass ihm die Bescheinigung aberkannt wird bzw. bekommt sie nur dann wieder, wenn er bzw. sie die beantragten Modifizierungen umgesetzt hat.

Der Bio-Landwirt wird in seinem Arbeitsalltag keine chemischen Düngemittel und Pestizide einsetzen. Er darf keine chemischen Wirkstoffe oder Farbstoffe verwenden. Entscheidet er sich für die Viehzucht, so muss er auf die Gesundheit der Tiere besonders genau achten. Auch das Lastenheft ist unbedingt zu berücksichtigen.

Man sollte hinsichtlich der Praxis bedenken, dass die Landwirte nicht in jedem Fall Eigentümer der von ihnen bewirtschafteten Böden sind. Man kann als Landwirt auch Parzellen pachten, um dort erstes Saatgut einzubringen. Wenn sich der Betrieb erweitert, wird man dann oftmals auch zusätzliche Arbeitskräfte einstellen.

Die Bio-Landwirte sollten zwecks besserer Vermarktung ihrer Erzeugnisse in der Lage sein, ihr Anliegen angemessen zu erklären

Wie lassen sich die Verbraucher sensibilisieren?

Die Bio-Landwirte sollten zwecks besserer Vermarktung ihrer Erzeugnisse in der Lage sein, ihr Anliegen angemessen zu erklären. In Luxemburg werden verschiedene Strategien zwecks Beratung dieser landwirtschaftlichen Betriebe umgesetzt. Im Jahr 2008 wurde in Luxemburg im Zusammenhang mit der Entwicklung zweier Labels wurde das IBLA (Institut fir Biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur) gegründet. Der Zusammenschluss setzt sich für die Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft in Luxemburg ein. Zudem besteht eine weitere Vereinigung, die Kooperative der Bio-Landwirte Luxemburgs (Biog).

Ein weiterer Verband entstand 2013: die Biona fasst mehrere Bio-Landwirte zusammen, die in verschiedenen Naturparks tätig sind. Zudem zeichnet die staatliche Verwaltung (Services techniques de l’agriculture) jedes Jahr einen innovativen Bio-Betrieb aus.

Grundsätzlich gilt, dass man als Bio-Landwirt nur dann Erfolg hat, wenn man qualitativ gute Arbeit leistet, sich voll auf ein Projekt konzentrieren kann, seine potenziellen Abnehmer kompetent über seine Produkte informiert und für sein Angebot wirbt. Die genaue Kenntnis aller geltenden Vorschriften ist unbedingt erforderlich. Denn man behält nur bei Beachtung aller staatlichen Vorgaben die „Bio“-Bezeichnung.

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