Die Personalbeschaffung im Online-Verfahren

31. Mai 2018 | Karriere & Jobsuche | Emilie Di Vincenzo

Wie man an die Spitze seines Netzwerkes gelangt

Das digitale Zeitalter wirkt sich nicht nur auf die Art und Weise aus, wie wir mittels Smartphone unsere Einkäufe tätigen. Auch auf dem Arbeitsmarkt und im Personalwesen wächst die Bedeutung der neuen Technologien.

Die Unternehmen bemühen sich, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, um die besten Bewerber/-innen , die gegenwärtig am Markt verfügbar sind, bzw. bereits eine Arbeitsstelle besitzen, jedoch wechselbereit - nach „allen Seiten hin offen“ - sind, anzusprechen.

Die Rolle der Digitalisierung bei Stellenangeboten

im Rahmen digitaler Verfahren lassen sich die Kompetenzen eines Bewerbers bzw. einer Bewerberin rasch visuell erfassen. Mittels Einsatzes der digitalen Instrumente können die Unternehmen in der Bearbeitung von Angebot und Nachfrage eine deutliche Vereinfachung der Verfahren und mehr Flexibilität erreichen. Über die sozialen Netzwerke lassen sich die Arbeitsangebote versenden, ohne dass Staatsgrenzen noch eine Rolle spielen.

Herr Terence Butler, der als Recruitment Manager für das Unternehmen EY Luxembourg tätig ist, erläutert: „Ein Unternehmen kann heutzutage Informationen über eine Arbeitsstelle verbreiten und Bewerbungen aus Luxemburg und anderen Ländern erhalten“.

Für die sich um eine Stelle bewerbende Person liegt die Bedeutung der von Arbeitgebern digital bereit gestellten Information darin, dass sie dieser ermöglichen, sich über die Unternehmenskultur detaillierter zu informieren und so zu erfassen, ob das jeweilige Bewerber-Know-how mit den Anforderungen der Arbeitgeberseite übereinstimmt.

“Die digitale Informationsübermittlung ermöglicht eine genauere Fokussierung und einen Zeitgewinn.”

Terence Butler, Recruitment Manager EY Luxembourg

Die digital übermittelten Informationen versetzen die Unternehmen in die Lage, ihre Ziele auf exponentielle Art und Weise zu erreichen. Sie stellen dem Bewerber bzw. der Bewerberin Instrumente zur Verfügung, um sich jederzeit und von jedem beliebigen Ort aus bewerben zu können . Mittels Tablets und Smartphones kann man Tag und Nacht Online-Verbindungen herstellen, bei sich zu Hause oder man kommuniziert mittels W-Lan-Verbindung. „Für die neuen Generationen ist eine solche Vorgehensweise sogar völlig normal geworden“.

Die Unternehmen bemühen sich, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, um die besten Bewerber/-innen , die gegenwärtig am Markt verfügbar sind, bzw. bereits eine Arbeitsstelle besitzen, jedoch wechselbereit - nach „allen Seiten hin offen“ - sind, anzusprechen.

Das Markenzeichen des Arbeitgebers oder die Kultur der Transparenz

Die „Marke des Arbeitgebers“ ist ein Ausdruck, den man benutzt, um sämtliche Problematiken des Images eines Unternehmens im Hinblick auf seine Zielgruppen, Bewerber bzw. Beschäftigte, zu bezeichnen. Sie zielt darauf, ein positives und attraktives Bild des Unternehmens – bei Gewährleistung von Transparenz – zu vermitteln.

“Wenn sich der Unternehmensverantwortliche den Lebenslauf des Bewerbers ansieht, ist ihm bewusst, dass der Bewerber seinerseits die vom Arbeitgeber online gestellten Informationen ebenfalls genauestens prüft”

Terence Butler, Recruitment Manager EY Luxembourg

Es ist daran zu erinnern, dass die in digitaler Form präsentierten Arbeitsangebote einen Bestandteil der globalen Marketing-Strategie darstellen. Das Unternehmen wird daher im Personalmanagement die gleichen Verfahren anwenden, wie sie im herkömmlichen Marketing eingesetzt werden. Die ‚Marke des Personalwesens‘ umfasst sämtliche verfügbar gemachten Informationen über die Kultur des Unternehmens, seine Geschichte, seine Entwicklung und seine Werte.

Diese Herangehensweise bietet dem an der ausgeschriebenen Stelle Interessierten einen wichtigen Vorteil. Herr Butler fügt aber hinzu: „Sollte der Bewerber diese Information nicht zur Kenntnis genommen haben, kann das – sitzt ihm der Personalverantwortliche direkt gegenüber – sehr ärgerlich sein.“

Der Kernbereich des Personalwesens

Das Verständnis für künftige technologische Entwicklungen ist nicht ausreichend, um das Personalmanagement adäquat auszugestalten. Auch wenn die Digitalisierung das sourcing gründlich verändert, so tangiert dies nicht die Arbeit des Personalwesens.

Die Arbeitsagentur ADEM hat eine neu konzipierte Website online gestellt, die die Interaktionen zwischen den Bewerbern, die direkt auf die Stellenangebote zugreifen und den Zugriff der Personalverantwortlichen auf die Lebensläufe der Letztgenannten, optimiert. Dadurch wird der Informationsaustausch zwischen den auf dem luxemburgischen Arbeitsmarkt Beteiligten vereinfacht. Die Nutzer werden bei ihren Aktivitäten zudem von einem Berater begleitet, der bei der Kontaktaufnahme eine Moderatorenfunktion übernimmt.

ADEM erläutert: „Mit unserem Internet-Angebot wollen wir die Kommunikation des / der Arbeitssuchenden mit dem im Unternehmen für die Neueinstellung Verantwortlichen optimieren, indem die Bewerber/-innen bei ihrer Arbeitsplatzsuche unterstützt werden. Damit sparen sie Zeit und profitieren von einem ‚Beratungsfilter’, der ihnen ermöglicht, ihre Prioritäten und Wünsche neu zu definieren“.

Der Aspekt der menschlichen Kommunikation wird im Personalmanagement noch über lange Zeit eine wesentliche Rolle spielen. Die Digitalisierung wirkt ihrerseits optimierend; die Experten des Personalwesens werden so in die Lage versetzt, sich ihrem beruflichen Kernbereich zu widmen, der Suche nach kompetentem Personal.

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