Wenn die Angebotsqualität entscheidend ist

17. August 2018 | Wirtschaftsbranchen in Luxemburg | Emilie di Vincenzo

Lebensmitteleinzelhändler – ein Beruf mit zahlreichen Facetten

Für die Ausübung des facettenreichen Berufes des Lebensmitteleinzelhändlers benötigt man im Arbeitsalltag ganz unterschiedliche Kompetenzen.

Ob es nun um das Handling kommerzieller Beziehungen oder die Kundenberatung geht, um die Erledigung von Verwaltungsaufgaben oder die optimale Gestaltung von Regalreihen – der Geschäftsführer langweilt sich selten! Die Angestellten müssen ihrerseits ebenfalls vielseitig einsetzbar sein – zumal sie in der Regel nicht sehr zahlreich sind. In der heutigen Zeit, in der die Supermarktketten sich immer mehr ausdehnen, muss der Lebensmitteleinzelhändler – will er weiter ein attraktives Angebot bieten – große Herausforderungen bewältigen.

Was ist eigentlich ein Lebensmitteleinzelhandel?

Bei einem Lebensmitteleinzelhandel handelt es sich allgemein um ein im Stadtteil liegendes kleines Ladengeschäft, das sämtliche Produkte des täglichen Bedarfs anbietet, nämlich Nahrungsmittel, Haushaltswaren und Kosmetikartikel für die Körperhygiene. Die kleinen oder mittelgroßen Geschäfte werden in der Regel von einer einzigen Person geleitet. Einige Firmen beschäftigen jedoch auch ein mittelgroßes Team und zählen einige Angestellte.

Der Leiter eines Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfts achtet meist kaum auf seine langen Arbeitszeiten. Wenn man sich für einen solchen Beruf entscheidet, dann muss man sich vollständig einbringen und maximale Zeit investieren. Es sind – je nach Größe des Geschäftes – 300 bis 2.500 unterschiedliche Produkte zu verwalten. Nicht zu unterschätzen sind die Aspekte der Beschaffung der Waren und deren Präsentation im Regal. Das Angebot muss so gestaltet werden, dass der Kunde seine Einkäufe gerne und regelmäßig tätigt. Vor allem gilt das deshalb, weil das Geschäftsmodell des Lebensmitteleinzelhandels grundsätzlich auf der Nähe zum Kunden beruht und diese persönliche Beziehung wichtig ist. An den Wochentagen, an denen das Geschäft geschlossen ist, muss sich der Firmeninhaber mit Verwaltungsarbeiten und der Buchführung befassen. In diesem Beruf gibt es wenige Ruhepausen. Man kann jedoch ordentlich verdienen und sich zugleich entfalten.

Das Angebot muss so gestaltet werden, dass der Kunde seine Einkäufe gerne und regelmäßig tätigt.

Welche Kompetenzen benötigt man unbedingt?

Wer sein eigenes Lebensmittelgeschäft leiten möchte, der muss über den Status eines Händlers verfügen und eine Niederlassungsgenehmigung besitzen. Diese wird nur dann ausgestellt, wenn der Antragssteller alle Qualifikationsvoraussetzungen erfüllt und ein ehrenhafter Kaufmann sein kann. Zudem muss er für sein künftiges Geschäft eine feste Adresse angeben.

Der Einzelhändler muss – wie dies für die Handel treibende Branche insgesamt zutrifft – über einen Beruflichen Eignungsnachweis (DAP) bzw. einen gleichwertigen Abschluss (CATP, CAP etc.) verfügen. Er kann seine Tätigkeit auch im Anschluss an weiterführende Studien ausüben, falls er ein Abitur bestanden hat bzw. einen Bachelor oder sogar einen Master-Abschluss besitzt.

Besitzt der Interessent jedoch keinen Abschluss, so muss er nachweisen, dass er in einem EU-Staat drei Jahre lang in der Branche tätig gewesen ist. Er muss dann am Ende der Ausbildung eine Zertifikatsprüfung – ausgestellt vom House of Training – bestehen. Damit steht ihm dann der Weg zur Tätigkeit als Lebensmitteleinzelhändler offen. Die Ausbildung kann er übrigens auch in einem anderen EU-Staat absolvieren. Ein Lebensmittegeschäft kann man aber auch dann eröffnen, wenn die betreffende Person bereits vorher eine Niederlassungsbewilligung besessen hatte.

In der Praxis zu beachten: Eine optimale Vorbereitung

Verfügt der Interessent, der sein eigenes Lebensmittelgeschäft eröffnen möchte, über sämtliche Diplome, dann sollte er sein Projekt exakt planen. Konkret heißt dies, die geografische Lage des Geschäftes festzulegen, sich für ein bestimmtes Geschäftsmodell zu entscheiden, den Firmennamen zu wählen, sich unter Umständen einer Franchising-Kette anzuschließen, sich Informationen über seine künftige Kundschaft zu beschaffen, um deren Wünsche in seine Überlegungen mit einzubeziehen.

Ein Einzelhandelsgeschäft lässt sich eigentlich in allen Stadtteilen eröffnen. Jedoch sollte man – um im Wettbewerb bestehen zu können - darauf achten, dass kein Großmarkt bzw. Einkaufszentrum in der Nähe des eigenen Ladens liegt. Die großen Einkaufsmärkte haben- bedingt durch ihren hohen Bedarf an Verkaufsfläche - ihren Standort oft im Umfeld der Stadt, in den Vororten. Eine kleiner Lebensmittelhändler kann sich im citynahen Bereich schneller entwickeln, wenn er die Wünsche der dort lebenden Bevölkerung beachtet, die für die Erledigung ihrer täglichen Einkäufe ja eine alternative Einkaufsmöglichkeit in der Nähe ihrer Wohnung bzw. ihres Arbeitsplatzes sucht.

Der Standort eines Lebensmittelgeschäfts sollte sich möglichst befinden, wo die Nachfrage groß ist, also etwa in einem sich gut entwickelnden Stadtteil, in dem noch kein Lebensmittelladen ansässig ist.

Konkret heißt dies, die geografische Lage des Geschäftes festzulegen, sich für ein bestimmtes Geschäftsmodell zu entscheiden, den Firmennamen zu wählen, sich unter Umständen einer Franchising-Kette anzuschließen, sich Informationen über seine künftige Kundschaft zu beschaffen, um deren Wünsche in seine Überlegungen mit einzubeziehen.

Wie sieht der Alltag eines Lebensmittelhändlers aus?

Der Lebensmitteleinzelhändler ist für die Auswahl seiner Produkte zuständig, und er verhandelt daher mit den Lieferanten, damit ihm diese ihre Waren zu so günstigen Bedingungen liefern, dass er eine zufriedenstellende Marge erwirtschaften kann. Zugleich prüft er, welche Entwicklungen bei Einzelhandelswaren feststellbar sind, damit er sein Angebot diesen Veränderungen anpassen kann. Beispielsweise wurden in den zurückliegenden Jahren immer mehr Waren in kleinen Packungsgrößen angeboten. Dieser moderne Trend trägt dazu bei, dass weniger Lebensmittel in den Abfall gelangen. Der kluge Lebensmittelhändler wird auf Angebote dieser Art besonders achten! Viele Verbraucher sind zudem bemüht, weniger Verpackungsmaterial zu nutzen. Sie werden die Bemühungen des Lebensmittelhandels begrüßen, die Zahl der Kunststoff- und Papiertüten zu reduzieren. Der Händler wird diese zurücknehmen, wenn sie abgenutzt sind.

Der Lebensmitteleinzelhändler wird auch auf die exakte Einhaltung der Hygienevorschriften achten, sowohl in seinem Lager als auch in den Regalen. Hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit muss er täglich überprüfen, ob er alle Bestimmungen eingehalten hat. Da der Lebensmitteleinzelhändler sein Warenangebot auf Kunden im näheren Einzugsbereich des Geschäftes ausrichtet, berät er seine Kundschaft kompetent und bemüht sich intensiv um die Kundenbindung.

Eine günstige Entwicklung

Als vor einigen Jahrzehnten die Großmärkte und Einkaufszentren entstanden, hatten die kleinen Einzelhandelsgeschäfte größte Schwierigkeiten, und zahlreiche Geschäfte dieser Art hatten keine andere Möglichkeit, als ihre Geschäftstätigkeit zu beenden. Heutzutage stellt man jedoch eine Rückkehr zu traditionellen Werten fest. Das zeigt sich auch im Verbraucherverhalten: Viele Personen möchten die örtlichen Geschäfte unterstützen und ihre Einkäufe in Einkaufszentren reduzieren.

Die Lebensmittelgeschäfte sind – das lässt sich als Schlussfolgerung festhalten – in der Lage, sich zu modernisieren. Einige wählen einen ganz modernen Ansatz und spezialisieren sich im Bereich der Bio-Produkte oder bieten nicht fertig abgepackte Lebensmittel an. Aufgrund dieser Initiativen lässt sich annehmen, dass diese in den Stadtteilen liegenden Einzelhandelsgeschäfte dann längere Zeit bestehen können, wenn es ihnen gelingt, sich im Warenangebot der Großmärkte zu unterscheiden.

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