So eröffnet man seinen Food Truck

26. Juli 2018 | Wirtschaftsbranchen in Luxemburg | Emilie di Vincenzo

Auf der Strecke mit dem „Food Truck“

Zahlreiche Menschen träumen davon, mit ihrem eigenen fahrbaren Imbiss (Im Folgenden „Food Truck“ genannt) geschäftlich tätig zu werden. Dieser Beruf bietet einen gewissen Freiraum, den sich viele Menschen wünschen. Man sollte jedoch bedenken, dass diese Tätigkeit mit Verpflichtungen und strengen Vorgaben verbunden ist.

Bevor man auf diesem Gebiet praktisch aktiv wird, sind unterschiedliche Vorschriften zu beachten. Bei dem „Food Truck“, der immer mehr geschätzt wird, handelt es sich um ein kleines Fahrzeug, das zeitweilig auf bestimmten Standorten steht und in dem Speisen aller Art vorbereitet und verkauft werden. Einige Betreiber spezialisieren sich auf bestimmte Angebote bzw. bieten unterschiedlichste Speisen an. Dabei gilt selbstverständlich, dass es für die Gestaltung eines Fahrzeugs, die Positionierung in einer Stadt und den Speisenverkauf klare gesetzliche Regelungen gibt; und es sind vor Geschäftseröffnung mehrere Verwaltungsvorgänge zu erledigen.

Die Verpflichtungen des Inhabers

Beginnen wir mit der Feststellung, dass für den Betrieb eines „Food Truck“ unbedingt eine amtliche Bewilligung zur Betriebstätigkeit vorliegen muss. Diese wird ausgestellt, sofern zwei Voraussetzungen erfüllt sind:

Man muss für diese Tätigkeit die gesetzlichen Voraussetzungen im Hinblick auf die berufliche Qualifikation und die persönliche Unbescholtenheit erfüllen.

Man muss als Betriebsinhaber offiziell einen festen Betriebssitz in Luxemburg angeben.

Dabei ist klar, dass ein „Food Truck“ definitionsgemäß keine feste Adresse hat; man kann den Fahrzeugstandort ja von der einen Örtlichkeit zur nächsten verlegen. Der Betreiber muss jedoch für seine Firma über eine feste Postanschrift verfügen.

Sodann muss der Inhaber -je nach örtlichen Gegebenheiten, bspw. in einer Stadt – diverse Verwaltungsformalitäten abwickeln, bevor er sein Fahrzeug an einem bestimmten Ort positioniert. In der Stadt Luxemburg müssen beispielsweise mehrere Voraussetzungen erfüllt werden, und man muss sich um eine Bewilligung kümmern, die maximal sechs Monate lang gültig ist. Jeder Inhaber muss das gleiche Standardformular benutzen; nur so kann er von einem bestimmten Standort profitieren und in vorher festzulegenden Zeiten sein Gewerbe ausüben.

Man muss beispielsweise unbedingt dafür sorgen, dass keine Keime übertragen werden

Ausgaben sind einzuplanen

Wenn die Gastronomie-Experten den „Food Truck“ mitunter einem herkömmlichen Restaurant vorziehen, so insbesondere deshalb, weil es sich um eine Alternative handelt, die a priori kostengünstiger und mit weniger Vorschriften verbunden ist. Die bei einem „Food Truck“ zu berücksichtigenden Wartungskosten liegen natürlich unterhalb der Instandhaltungskosten für ein klassisches Restaurant.

Man sollte jedoch nicht annehmen, dass der Inhaber eines „Food Trucks“ keinerlei Gebühren und Abgaben zu zahlen hätte. Wer beispielsweise in einem genau festgelegten Gebiet seine Waren verkaufen möchte, muss dafür Standgebühren zahlen. Die Verwaltungsvorschriften für die Standplätze sind je nach Stadt unterschiedlich. Beim Verkauf der Waren an einem kompletten Tag muss man damit rechnen, mehr als 500 Euro zahlen zu müssen; (dies trifft vor allem auf größere Städte zu). Man findet möglicherweise Orte mit geringeren Standgebühren; dies ist dann für einen Inhaber, der am Anfang seiner gewerblichen Tätigkeit steht, optimaler. Es ist in dieser Hinsicht ratsam, die unterschiedlichen Standflächen und deren Gebührenregelungen zu prüfen bzw. auch die wirtschaftlichen Umfelder an diversen Standorten zu beachten, damit man dann eine optimale Kompromisslösung findet; (ideal ist ein Standort, der ein zufriedenstellendes Kaufkraftpotenzial bietet und bei dem die Standplatzgebühren noch tragbar sind).

Die alltäglichen Arbeitsabläufe

Zuerst ist zu beachten, dass für das Handling eines „Food Trucks“ lebensmittelrechtliche Bestimmungen gelten, denn man bietet ja Speisen für die Endverbraucher an. Deshalb muss der Inhaber die strengen Hygienevorschriften unbedingt einhalten. Man muss daher seine Gewerbetätigkeit bei der Lebensmittelsicherheits-Behörde vorschriftsmäßig anmelden. Vorgeschrieben ist zudem, dass mindestens ein Mitarbeiter an einer Weiterbildung im Fach Lebensmittelhygiene teilgenommen haben muss.

Die optimale Gestaltung des Fahrzeuges

Um die alltäglichen Arbeitsabläufe im „Food Truck“ möglichst problemlos erledigen zu können, muss man sich dessen Innenausbau genau überlegen. Man muss beispielsweise unbedingt dafür sorgen, dass keine Keime übertragen werden (Kreuzkontaminierung). Außerdem ist zu gewährleisten, dass die Belüftung einwandfrei funktioniert, um beispielsweise die Ansammlung von Staub oder schlechte Gerüche zu vermeiden. Der Inhaber muss man unbedingt auf die Trinkwasserversorgung achten. Der Betreiber des „Food Trucks“ muss bei der Lagerung der Lebensmittel die Sicherheit derselben gewährleisten, und er darf keinen Hygiene-Aspekt vernachlässigen. Auch wenn er auf engem Raum arbeitet, muss alles ständig sauber sein! Außerdem ist besonders auf die eventuell erforderliche Schädlingsbekämpfung zu achten, denn mit diesen Schädlingen hat man beim Arbeiten im Freien viel stärker zu tun.

Um auf einem derart engen Raum arbeiten zu können, muss man seine Arbeitsvorgänge ganz genau planen. Da der Inhaber des Trucks seine Zielgruppen auf sein Angebot aufmerksam machen und Kunden binden möchte, muss er innovativ sein, das heißt Speisen anzubieten, die genau dem Geschmack und den Wünschen der potenziellen Kunden entsprechen. Der Inhaber eines „Food Trucks“ achtet im Allgemeinen kaum auf die von ihm investierte Arbeitszeit. Er arbeitet nicht nur in den Zeiträumen des Verkaufs seiner Waren, er muss vielmehr ständig auch ständig den Zustand seines Trucks im Auge haben. (Dies betrifft die Wartungsarbeiten, die Reinigung des Materials, die Erledigung von Verwaltungsangelegenheiten).

Abschließend kann man also sagen, dass ein solcher mobiler Imbiss-Wagens die Erfüllung des Berufswunsches sein kann, und zwar für diejenige Person, die fähig ist, ihr eigenes Geschäfts zu betreiben und die sich an den kleinen Arbeitsbereich, der manchmal als unbequem empfunden wird, anpassen kann. Es ist jedoch unbedingt zu beachten, dass die Ausgaben im Rahmen der Umsetzung dieser originellen Geschäftsidee, die zielbewusstes und methodisch durorganisiertes Arbeiten erfordert, nicht unterschätzt werden sollten!

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