Metzgerei

20. Juli 2018 | Wirtschaftsbranchen in Luxemburg | Emilie di Vincenzo

In einer Metzgerei gibt es bezüglich der Beschäftigten mehrere Qualifikationsstufen und Arbeitsbereiche

Wer als Metzger bzw. Wursthersteller erfolgreich sein will, muss in mehreren Bereichen arbeiten; sowohl im Verkauf als auch bei der Herstellung der Produkte muss man sich die erforderlichen Kompetenzen aneignen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass man in dieser Branche erfolgreich tätig sein kann. Wie kann man sich in diesem Beruf weiterentwickeln?

Welche Diplome sind für die Karriere sinnvoll? Die Tätigkeitsgebiete sind in diesem Gewerbe zahlreich: um ausreichend qualifiziert zu sein, muss sich der angehende Metzger gezielt weiterbilden und außerdem Geschicklichkeit zeigen, auf Pünktlichkeit achten und sich genauestens an Vorgaben halten. Dabei muss er auch kompetent kommunizieren können, insbesondere dann, wenn er Kunden berät oder seine Ware verkauft.

Der Metzger bzw. Wursthersteller wird unter Umständen – je nach der Spezialisierung der Firma – zudem Fleischplatten und Wurstkonserven herstellen.

Die Ausbildungsgänge

Zwei Diplome sind eine Art Türöffner für den Beruf des Metzgers und Wurstherstellers, der Berufliche Eignungsnachweis (DAP) und das Berufsbefähigungszeugnis (CCP).

Sehr oft wird den Bewerbern geraten, einen DAP-Bildungsgang zu wählen, denn dieser bietet ihnen größere Chancen zum beruflichen Weiterkommen als das CCP. Voraussetzung ist, dass man die neunte Klasse mit einem Praxisnachweis abschließt. Die Studierenden müssen seitens der Lehrerkonferenzen positiv beurteilt worden sein. Der Lehrgang dauert drei Jahre. Es handelt sich um eine Ausbildung entsprechend dem „gemischten“ System. Der Jugendliche besucht im ersten Ausbildungsjahr ein technisches Gymnasium in Vollzeit. In den zwei folgenden Jahren findet die praktische Ausbildung in einem Unternehmen statt. Die theoretische Ausbildung erfolgt jedoch weiter im technischen Gymnasium.

Die Zulassungsvoraussetzungen sind im Fall des CCP-Bildungsganges weniger streng als in dem des DAP. Es genügt, wenn der Jugendliche in der neunten Klasse mindestens 18 Module vorweisen kann. Sollte dies nicht der Fall sein, dann werden auch Jugendliche aufgenommen, die eine IPDM-Klasse besucht haben (IPDM bedeutet eine Berufseinführung in mehrere Berufe). Diese dreijährige Ausbildung erfolgt im begleitenden System. Anders gesagt: Die Jugendlichen erhalten sowohl eine praktische Ausbildung im Unternehmen als auch eine theoretische Ausbildung durch Besuch des technischen Gymnasiums. Aufgrund der erfolgreichen dreijährigen Ausbildung kann man die elfte Klasse besuchen und schließt für ein und denselben Beruf das DAP an.

Die im Alltag zu erledigenden Aufgaben

Ein Metzger bzw. Wursthersteller muss in praktischer Hinsicht seine Produkte verkaufen, seine Kunden beraten können und zudem über technische Kompetenzen – bspw. beim Schlachten der Tiere – verfügen. Die Aufgabenbereiche sind also recht umfangreich. Deshalb benötigt man für die Ausübung dieses Berufs unterschiedliche Kompetenzen.

Der Metzger muss die Innereien und Extremitäten bearbeiten, diejenigen Teile also, die nach dem Zerlegen des Tierkörpers in vier Teile anfallen. Er muss in seinem Alltag Tierkörper exakt zerteilen und die Teile für den Verkauf aufbereiten – in allen möglichen Formen, als große oder auch kleine Teile. Der Metzger bzw. Wursthersteller wird unter Umständen – je nach der Spezialisierung der Firma – zudem Fleischplatten und Wurstkonserven herstellen. Er steht den Kunden zur Verfügung, um diese zu bedienen und ihnen erforderlichenfalls Ratschläge zu geben.

Bei der Ausübung des Metzgers kommt es vor allem darauf an, die Arbeitsinstrumente mit geschickten Handgriffen einzusetzen. Es darf ihn nicht stören, dass er sich den ganzen Tag mit rohem Fleisch befasst. Kompetenzen muss er auch im Hinblick auf den Geschmack und den Geruchssinn besitzen. Er muss zudem streng auf die Einhaltung der Hygienevorschriften achten. Im Lebensmittelgewerbe sind eben die Gesundheitsvorschriften unbedingt zu beachten. Da er unter Umständen – je nach der Größe der Firma – regelmäßig oder auch nur zeitweilig Waren verkauft, muss er diese der Kundschaft auch kompetent erklären und mit den Kunden gut kommunizieren können.

Man sollte den Metzger und Wurstwarenhersteller selbstverständlich stets von einem Metzgereiverkäufer unterscheiden. Der Letztgenannte beachtet zwar ebenfalls alle Hygiene- vorschriften und kann die Fleischprodukte auch exakt bearbeiten, er bleibt jedoch vor allem ein Verkäufer. Daher sind seine kommunikative Kompetenz und ein qualifizierter Kundenkontakt von entscheidender Bedeutung.

Die Selbstständigkeit

Einige Branchenangehörige könnten sich entscheiden, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen, also eine Metzgerei zu gründen. Man sollte sich bewusst sein, dass dieser Beruf im Großherzogtum Luxemburg als handwerkliche Tätigkeit der Klasse A bewertet wird. Dies bedeutet u.a., dass man vor der Selbstständigkeit nachweisen muss, bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Bevor man eine Metzgerei eröffnet, muss man unbedingt eine Genehmigung für die Eröffnung derselben besitzen. Diese wird ausschließlich denjenigen Personen erteilt, die für den genannten Beruf über sämtliche erforderlichen Qualifikationen verfügen.

Die Generaldirektion KMU und Unternehmen nimmt jeden Genehmigungsantrag entgegen und prüft diesen genauestens. Sie überprüft insbesondere, ob der Bewerber in der Lage ist, sein eigenes Handelsgeschäft zu betreiben und ob er über eine feste Firmenadresse verfügt. In diesem Zusammenhang wird oftmals die Vorlage eines Meisterbriefes verlangt. Es ist jedoch auch möglich, dass man die Stellung eines Unternehmenschefs im Anschluss an ein DAP – und zwar am Ende einer in leitender Funktion ausgeübten Metzgertätigkeit - erlangen kann.

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