Bio - logisch?

17. Juli 2018 | Wirtschaftsbranchen in Luxemburg | Emilie di Vincenzo

Verkäufer von Bio-Lebensmitteln. Wie sieht der Berufsalltag aus und welche Perspektiven eröffnen sich?

Da die Verbraucher immer qualitätsbewusster werden und stärker auf die Herkunft der von ihnen gekauften Lebensmittel achten, stellen die voll im Trend liegenden Bio-Läden eine zunehmende Nachfrage fest.

Wie kann man also als Verkäufer in einem solchen Bio-Fachgeschäft tätig werden? Welche Kompetenzen sind in diesem Beruf erforderlich und welche Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich?

Die Geschäfte, in denen man den Bio-Vorschriften entsprechende Alltagsprodukte bzw. Lebensmittel angeboten bekommt, entwickeln sich sehr rasch.

Die Bio-Läden werden in der Stadt immer zahlreicher

Seien es die Lebensmittelskandale, der Wunsch nach einer gesünderen Lebensführung oder auch die Suche nach qualitativ besseren Obst- und Gemüsesorten, so zeigt sich allgemein: die Gründe, weshalb sich Verbraucher für Bio-Lebensmittel interessieren, sind vielfältig. Angesichts sämtlicher Argumente, die zugunsten dieser Produkte sprechen, ließen sich immer mehr Verbraucher davon überzeugen, diese verstärkt zu kaufen. Die Händler ihrerseits, die diesen modernen Trend zur Kenntnis nehmen, reagieren mit entsprechenden Angeboten. Die Geschäfte, in denen man den Bio-Vorschriften entsprechende Alltagsprodukte bzw. Lebensmittel angeboten bekommt, entwickeln sich sehr rasch.

Will man Verkäufer von Bio-Lebensmitteln werden, so sollte man sich für diese Warenangebot wirklich begeistern können. Um effizient verkaufen zu können, muss man die Produkte den Kunden eloquent beschreiben und anpreisen können. Der Verkäufer bzw. die Verkäuferin sollte gut begründete Argumente vorbringen können. Die diesen Beruf ergreifenden Personen müssen zudem gewisse Fähigkeiten im Verwaltungsbereich besitzen, körperlich gesund sein und den Kundenkontakt mögen. Man muss außerdem in der Lage sein, alle für ein Lebensmittelgeschäft geltenden Hygienevorschriften einhalten zu können; diese sind sehr streng.

Will man Verkäufer von Bio-Lebensmitteln werden, so sollte man sich für diese Warenangebot wirklich begeistern können

Die Ausübung dieses Berufes kann mit einem gewissen Ansehen verbunden sein, denn man ist– im Unterschied bspw. zu Großmärkten - in einem Bereich tätig, der sich von der industriemäßigen Produktion unterscheidet. Um ein effizientes Kundenmanagement zu betreiben, muss der Angestellte das Warenangebot der Nachfrage möglichst genau anpassen und sein Ansehen bei der Kundschaft steigern können.

Welche Voraussetzungen sind erforderlich, um Verkäufer von Bio-Lebensmitteln zu werden?

Um als Bio-Verkäufer arbeiten zu können, muss man vor allem über einen Beruflichen Eignungsnachweis (DAP) verfügen. Will man sein eigenes Geschäft eröffnen, so ist es ratsam, einen Meisterbrief zu erwerben. Im Großherzogtum Luxemburg muss man zur Erlangung der Niederlassungsgenehmigung entsprechende Kompetenznachweise erbringen. Die Gründung der eigenen Firma ist eben mit der Erledigung recht komplizierter Verwaltungsformalitäten verbunden.

Basis-Kompetenzen im Verkauf vermitteln zahlreiche Bildungseinrichtungen, bspw. schulische Einrichtungen oder dies erfolgt in Weiterbildungsmaßnahmen. Man muss jedoch hinsichtlich des Verkaufs von Bio-Lebensmitteln darauf achten, dass die für speziell für den Handel vermittelten Qualifikationen nicht ausreichend sind. Es ist ratsam, sich mit der Thematik der Erzeuger der Bio-Lebensmittel genauer vertraut zu machen bzw. man sollte sich über alle Fragen, die diese Nahrungsmittel betreffen, informieren. Der Bio-Lebensmittel-Verkäufer sollte also eine gut unterrichtete Person sein, die die schwierigen, die Erzeuger betreffenden Fragen kompetent beantwortet und über die Thematik der Bewirtschaftungsformen bzw. die Vorzüge von Erzeugnissen, die mit keinen chemischen Substanzen behandelt wurden, optimal informieren kann.

Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Bio-Produkte-Verkauf

Man kann angesichts der Markttrends gegenwärtig annehmen, dass der Verkauf von Bio-Lebensmitteln weiter zunimmt. Man muss sich unbedingt bewusst sein, dass sich der Markt ständig verändert. Angesichts der in den Stadtteilen ansässigen Bio-Geschäfte vergrößern die Supermärkte und Einkaufszentren nunmehr ihre Verkaufsflächen für Bio-Lebensmittel. Die Verkäufer dieser Produkte müssen angesichts dieses intensiven Wettbewerbs innovativ sein und ihre Kundschaft binden, um so ihren Marktanteil zu halten und möglichst auszubauen. In den Großmärkten werden bereits zahlreiche Bio-Lebensmittel angeboten. Das führt inzwischen dazu, dass im Verkauf der Bio-Produkte die Gewinnmarge eher rückläufig ist.

Man beobachtet vor dem Hintergrund dieses Trends, dass der Direktverkauf und die Verkäufe in den Bio-Fachläden deutlich schneller zunehmen. Dies bietet denjenigen Personen, die sich in diesem Berufsfeld niederlassen wollen, gute Entwicklungsmöglichkeiten. Man erkennt rasch, dass der Markt der Bio-Lebensmittel facettenreich ist. Die kleineren Läden müssen den dem Kunden erbrachten Mehrwert erläutern können und auf ihre Nähe zum Erzeuger und auf die- auch ökologischen - Vorteile kurzer Vermarktungswege hinweisen. Sie sollten auch auf die gerechtere Entlohnung dieser Erzeuger verweisen und – im Unterschied zu den Supermärkten – ein individuelleres, kundenorientiertes Konzept umsetzen.

Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass der zentrale Punkt für die Verkäufer nicht das Bio-Etikett darstellt. Die Verkäufer müssen auf Folgendes genau achten:

“Das Verpackungsmaterial muss reduziert werden; es ist geboten, sich auf saisonale Erzeugnisse zu konzentrieren, der gerechte Handel ist zu fördern und man sollte sich auch für die zunehmend bedeutendere „Vegan“-Kultur interessieren. ”

Eine solche Angebots- und Werbestrategie ist dann die Basis von Initiativen, die gewinnbringend sein können.

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