Bäckerei - Konditorei

14. August 2018 | Wirtschaftsbranchen in Luxemburg | Emilie di Vincenzo

Der Beruf des Bäckers und Konditors

Wer eine Bäckerei-Konditorei leiten möchte, muss vor allem handwerklich sehr begabt sein. Er muss alle Arten von Brot und Backwaren, auch kreative Torten herstellen und andere den Kunden ansprechende Produkte kreieren können.

Ein Bäcker und Konditor wird seine Kundschaft oftmals auch beraten. Dies erfordert dann, dass er entsprechende Verkaufserfahrungen besitzt. Um sein Fachwissen umsetzen zu können, muss er über eine solide Ausbildung und die notwendigen Kompetenzen verfügen.

Wie werden Bäcker und Konditoren ausgebildet?

Wer den Beruf eines Bäckers und Konditors kompetent ausüben will, muss entsprechend ausgebildet worden sein. Sobald man über ein Berufsbefähigungszeugnis (CCP) verfügt, kann man den Beruf ausüben: Will man jedoch in diesem Beruf höhere Ziele erreichen und von Anfang an mehr Verantwortung übernehmen, dann sollte man sich für eine solche Berufsausbildung entscheiden, die dann mit dem Erwerb eines Beruflichen Eignungsnachweises (DAP) abgeschlossen wird.

Unabhängig von der Option CCP oder DAP gilt die gleiche, dreijährige Ausbildungsdauer. Je nach der Struktur der Ausbildung sind drei Ausbildungsgänge zu unterscheiden:

Das begleitende System: Die Ausbildung findet teilweise in einem Ausbildungszentrum statt, und der Auszubildende verbringt drei Tage pro Woche im technischen Gymnasium.

Das gemischte System: Der Auszubildende besucht ein Jahr lang in einem technischen Gymnasium die Berufsausbildungsklasse. In den zwei weiteren Jahren findet die Ausbildung entsprechend dem begleitenden System statt.

Das Vollzeitsystem: Die komplette Ausbildung findet in einem Gymnasium statt. Es sind jedoch Betriebspraktika zu absolvieren, und diese müssen – bezogen auf die gesamte Ausbildungszeit –zwölf Wochen umfassen.

Der Auszubildende kann zum Abschluss dieser Zeit sein Fachwissen vertiefen und den Meisterbrief erwerben.

Die tägliche Arbeit bedeutet: Handarbeit, Verkauf der Waren und fachgerechtes und vorschriftsmäßiges Arbeiten.

In den von den Touristen frequentierten Bereichen sind dagegen Feingebäck und Süßwaren nicht zu vernachlässigen

Der Bäcker und Konditor ist im Alltag vor allem handwerklich tätig. Er backt Brotsorten und fertigt auch sonstiges Feingebäck. Er sollte – zwecks Kundenbindung und einem Heraustreten aus dem Konkurrenzumfeld - in der Lage sein, originelle Rezepte zu entwickeln, entsprechend den Wünschen seiner Kunden. Je nach seinem geografischen Standort muss der Bäcker und Konditor sein Angebot kundenspezifisch verändern können. Im Umkreis von Büros sind belegte Brötchen sehr gefragt. In den von den Touristen frequentierten Bereichen sind dagegen Feingebäck und Süßwaren nicht zu vernachlässigen. Genaue Kenntnisse der Konsumgewohnheiten in seinem Stadtteil und Beschaffung möglichst differenzierter Informationen über die Kundenkreise stellen eine wesentliche Vorbedingung des geschäftlichen Erfolges dar.

Der Bäcker und Konditor muss in seiner täglichen Arbeit in mehrfacher Hinsicht auf Genauigkeit achten. Er muss die Gesundheitsbestimmungen beachten; er muss über alle Bestimmungen des Lebensmittelrechtes unterrichtet sein und diese einhalten. Dieser Handwerker muss grundsätzlich auf Sauberkeit und Ordnung achten und über Organisationstalent verfügen!

Manche Bäcker und Konditoren leiten einen Mitarbeiterkreis, der mehr oder weniger groß sein kann. Unter seiner Leitung arbeiten dann beispielsweise ein Konditor, ein Schokoladenhersteller, ein weiterer Bäcker und ein oder mehrere Verkäufer. Kompetenzen im kompetenten Umgang mit Mitarbeitern sind natürlich unabdingbar. Wenn der Firmeninhaber dann als Geschäftsführer oder Manager tätig ist, muss er eine Autorität darstellen und befähigt sein, die Arbeitnehmer auf bestmögliche Art anzuleiten.

Nicht vergessen werden sollte, dass ein Bäcker und Konditor über eine gute Gesundheit verfügen sollte. Seine Tätigkeit ist mit großen körperlichen Anstrengungen verbunden, seine Arbeitszeiten sind recht flexibel, und er ist in der Backstube täglich hohen Temperaturen ausgesetzt. Wer in einer Bäckerei arbeitet, sollte auch an keiner Mehl-Allergie leiden.

Wer in einer Bäckerei arbeitet, sollte auch an keiner Mehl-Allergie leiden.

Wie eröffnet man seine eigene Bäckerei?

Da es sich beim Bäcker und Konditor um einen Handwerksberuf handelt, muss er zwecks Eröffnung seines eigenen Geschäftes einen Antrag auf Eröffnung eines Ladens stellen. Er muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, bezüglich der beruflichen Qualifikation und der Unbescholtenheit und in Luxemburg einen Ort nachweisen können, an dem er seinem Gewerbe nachgeht. Wird der Genehmigungsantrag eingereicht, so prüft die Generaldirektion für KMU und Unternehmen amtlich die beruflichen Voraussetzungen des Antragstellers, damit alle Voraussetzungen gegeben sind. Je nach der Rechtsform, für die sich der Antragsteller entschieden hat, sind dann vor der Ausübung der Tätigkeit Anträge zu stellen oder eine Aufnahme in Berufsverbände zu beantragen.

Zwecks Eröffnung seines Geschäftes muss der Handwerker über einen – seinem Fachgebiet entsprechenden - Meisterbrief verfügen. Sollte er lediglich über einen Beruflichen Eignungsnachweis (DAP) verfügen, so muss er mindestens sechs Monate in leitender Funktion tätig gewesen sein: dann ist er berechtigt, sein Geschäft zu eröffnen.

Selbst wenn man einen untypischen Berufsweg nachweisen kann, ist es möglich, den Beruf des Bäckers und Konditors zu ergreifen: Sofern man einen Abiturabschluss in einem anderen Bereich vorweisen und zudem belegen kann, dass man in einem Mindestzeitraum in diesem Beruf tätig gewesen ist.

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