Ernährungstherapeuten und Ernährungscoach

Der Beruf des Ernährungstherapeuten unter der Lupe

VON JESSICA HEITZ

„Wenn es um die Ernährungsberatung geht, muss der Unterschied zwischen Ernährungstherapeuten oder dem einfachen Ernährungscoach gemacht werden“, erklärt Claudine Mertens, Präsidentin der „Association Nationale des Diététiciens du Luxembourg“.

Die Ernährungstherapeutin, die seit 19 Jahren in ihrem Beruf tätig ist, spricht sich mit Bestimmtheit für diesen Unterschied aus. Der Beruf des Ernährungstherapeuten (diététicien in Französisch) ist ein Beruf des Gesundheitssektors und dadurch gesetzlich durch das „Règlement grand-ducal“ des 22. August 2003 geregelt. Die Gesundheitscoaches, die momentan wie Pilze aus dem Boden schießen, sind im Gegensatz zu den Ernährungstherapeuten keine Wissenschaftler und können den benötigten Abschluss nicht aufweisen.

Der Ernährungsberater, als alleiniger Spezialist der Ernährung, schließt einen Bachelor in der Ernährungswissenschaft ab. Diese Studien sind leider nur im Ausland möglich, zum Beispiel in Brüssel und Liège. „Verschiedene Spezialisationen werden nach dem Bachelor angeboten, und dies im Bereich des Sports, der Pädiatrie, der Geriatrie, der Allergie, der Diabetologie sowie der therapeutischen Erziehung“, so die Fachfrau.

Momentan gibt es um die 80 Spezialisten der Ernährung in Luxemburg und dies in verschiedenen Bereichen. Jedes Jahr stoßen zwei bis drei Spezialisten dazu. Ziel der Ernährungstherapeuten sowie der „Association Nationale des Diététiciens du Luxembourg“ ist es, die Menschen zu sensibilisieren, damit sie sich besser und gesünder ernähren und dies in allen Bereichen, wie zum Beispiel im Krankenhaus, als Freiberufler, in den Kindertagesstätten, Altersheimen, bei Dienstleistungen wie zum Beispiel Essen auf Rädern, in den Gesundheitskuren in Mondorf und beim Gesundheitsministerium. Ziel und Aufgabe des Spezialisten der Ernährung ist es, den Menschen zu helfen ihre Ernährung umzustellen, sich für eine gesunde Ernährung zu sensibilisieren, die Essgewohnheiten zu analysieren und Allergien und Krankheiten zu berücksichtigen.

Wer Ernährungstherapeut werden möchte, der sollte soziale Kompetenzen aufweisen können, denn gearbeitet wird mit Menschen. Man sollte sich für die Ernährung, die Nahrungsmittel und das Kochen interessieren, denn dies ist Hauptthema dieser Ausbildung, die es schon seit Jahrzehnten gibt, die jedoch in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erlebt. Dies ist der Evolution des Ernährungsmittelmarkts zuzuschreiben, der sich sehr verändert hat. Auch die Krankheiten und Allergien sind heutzutage bei den Menschen ausgeprägter als es noch vor Jahren der Fall war. Bei Kindern hat die Anzahl der Übergewichtigen zugenommen sowie die der Diabetiker, aber auch bei den Erwachsenen trifft dies zu. Die Essgewohnheiten und der Lebensstil der Menschen hat sich geändert, die Aktivitäten haben sich vermindert. Zuhause wird weniger gekocht, es werden oft Fertiggerichte verzehrt oder auswärts gegessen, meistens Mahlzeiten die nicht immer ausgewogen und gesund sind. So ist es das Ziel der Ernährungstherapeuten, die Menschen zu sensibilisieren und sie so vielleicht zu einer Ernährungsumstellung zu motivieren. Zu einer gesunden Ernährung gehört aber auch das Bewusstsein dazu, denn schon im Kindesalter werden die Weichen gestellt.

Auch wenn in Luxemburg momentan circa 80 Ernährungstherapeuten beschäftigt sind, ist die Nachfrage da und wird voraussichtlich in den nächsten Jahren noch steigen. Ein echter Beruf mit Zukunft also. Um sich diese im Beruf zu sichern, ist es wichtig, regelmäßig an Fortbildungen teilzunehmen. Ein Minimum an acht Stunden Weiterbildung pro Jahr legt die „Association Nationale des Diététiciens du Luxembourg“ in ihrer Qualitätscharta vor.

Die „Association Nationale des Diététiciens du Luxembourg“ wurde vor 32 Jahre gegründet und hat als Ziel, die Interessen sowie den Beruf des Ernährungstherapeuten vorzustellen und zu unterstützen. „Aktuell werden die Beratungen von der Krankenkasse nicht immer zurückerstattet“, so Claudine Mertens. Während einer solchen Konsultation werden die Ernährungsgewohnheiten des Patienten besprochen, sowie seine Lebensgewohnheiten, die sich auf seine Ernährung auswirken. Ein Ernährungsplan wird ausgearbeitet, sowohl mit Rezepten als auch mit Tipps und Tricks. Des Weiteren werden Kochkurse und Workshops aller Art angeboten, die es dem Patienten erleichtern sollen, seine Ernährungsgewohnheiten anzupassen oder umzustellen.