9 häufig gestellte Fragen im Bewerbungsgespräch...

...und Strategien, wie man darauf antworten kann

Um ein Bewerbungsgespräch bestmöglich zu bewältigen, sollte man sich zuerst damit auseinandersetzen, worum es bei der beruflichen Tätigkeit eigentlich geht. Überlegen Sie sich, welche Absicht hinter den Fragen steckt, was die an Sie gestellten Erwartungen betrifft und wie Sie diesen Anforderungen des Arbeitgebers gerecht werden können.
Um im Gespräch so aufzutreten, dass man als Bewerber ein positives Bild vermittelt und die Wirkung auf den Interviewpartner angenehm ausfällt, ist Training sinnvoll ; diese Kompetenzen sind erlernbar, sie sind keineswegs nur einigen selbstbewussten Menschen vorbehalten.
Die Trainingsvarianten sind vielseitig; Sie können das Gespräch beispielsweise vor dem Spiegel stehend simulieren; oder Sie gehen das Gespräch mit Freunden und Verwandten durch, um Fehler und Unsicherheiten schnell zu erkennen. Alternativ können Sie zudem Varianten Ihres Auftretens in Bewerbungssituationen mit einer Webcam aufnehmen, ihre Stärken und Schwächen dann analysieren, um Fehler zu vermeiden.
Auch auf den Inhalt eines Bewerbungsgespräches kann man sich vorbereiten. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir neun häufige gestellte Fragen zusammengestellt, die in Bewerbungsgesprächen oft vorkommen; wir präsentieren Ihnen einige Anregungen für einfallsreiche und gut durchdachte Antworten.

Erzählen Sie mir etwas über sich!

Diese Frage wird gestellt, um Informationen über Sie in Erfahrung zu bringen, um Ihre Kommunikationsfähigkeit besser einschätzen und auch Ihre Persönlichkeit analysieren zu können. Verfallen Sie nicht ins Schema F und erzählen über Ihre schulischen Leistungen, Hobbies oder Ihr Haustier.

Versuchen Sie vielmehr, kürzlich gemachte persönliche und professionelle Erfahrungen zu erläutern, die bezüglich der Stelle, für die Sie sich bewerben, relevant sind. Treten Sie authentisch und überzeugend auf, damit der Nutzen für das Sie einstellende Unternehmen offensichtlich wird. Knüpfen Sie an Ihre konkreten Erfahrungen und Stärken an. Sind Sie z.B. Kapitän einer Fußballmannschaft, könnte dies für Ihre gute Teamfähigkeit und Koordinationsgeschick sprechen. Das wäre dann für den Interviewer auschlaggebender als wenn Sie nachwiesen, ein mittelmäßiger oder guter Verteidiger zu sein.

Warum kam es zur Kündigung Ihres Arbeitsvertrags? / Warum sind sie mit Ihrem aktuellen Job unzufrieden?

Falls Sie entlassen wurden, sollten Sie das ohne Umschweife mitteilen.
Sollten Sie aufgrund von Leistungsproblemen ihrem Job nicht weiter nachgehen können, ist es am sinnvollsten, diesen Punkt so zu formulieren, dass sich Ihre „Wege getrennt“ haben.

Lenken Sie den Fokus der Konversation darauf, dass Ihre Fähigkeiten hervorragend zum potentiellen neuen Job passen.

Sollten Sie momentan noch anderweitig in Verantwortung eingebunden sein, unterstreichen Sie, warum Sie mehr Verantwortung tragen wollen und neue Herausforderungen meistern möchten. Sollten Sie einen Branchenwechsel anstreben, erläutern Sie in überzeugender Weise , warum Sie dies wollen und welche Aspekte des künftigen Jobs Sie zu dieser Entscheidung bewogen haben.

Was sind Ihre Stärken?

Fassen Sie Ihre Arbeitserfahrungen und Qualitäten kurz zusammen. Vergessen Sie nicht, in ihren Ausführungen die Erfahrungen und Qualifikationen einzubinden, die direkt mit der Verantwortung in der neuen Stelle verbunden sein könnten.
Es gibt 4 spezifische Stärken, die Sie prinzipiell erläutern sollten:
-Selbstmotivation
-Eigeninitiative
-Teamfähigkeit
-Belastbarkeit

Was sind Ihre Schwächen?

Seien Sie sich bewusst, dass die meisten Interviewer nicht erwarten, dass Sie tatsächlich Ihre Schwächen preisgeben. Die Antwort auf diese Frage kann sehr viel über Ihre Persönlichkeit und vor allem über Ihre Selbsteinschätzung verraten. Versuchen Sie persönliche Schwächen als professionelle Stärken auszuspielen (Beispiel: „Genauigkeit ist mir bei der Arbeit sehr wichtig; ich werde manchmal ungeduldig, wenn Vorgänge von Kollegen schlecht erledigt werden“).
Geben Sie ruhig zu, dass Sie in bestimmten Bereichen vielleicht gewisse Defizite haben, aber machen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass Sie sich dieser (überwindbaren) Defizite bewusst und durchaus lernfähig sind. Schulungen, bereits absolvierte oder geplante, Fortbildungen oder sonstige beruflich relevante Kurse sollten Sie an dieser Stelle erwähnen.

Was wissen Sie über unser Unternehmen und den Industriezweig?

Bereiten Sie sich gut auf das Bewerbungsgespräch vor . Lesen Sie sich die Website des Unternehmens gründlich durch. Viele Unternehmen veröffentlichen Investoren-Informationen, welche relevante Schlüsseldaten über das jeweilige Unternehmen enthalten können; nutzen Sie diese wertvolle Informationsquelle für Ihren Zweck! Notieren Sie sich die wichtigsten Punkte und bringen Sie diese in das Gespräch ein. Unternehmensverantwortliche wollen nämlich sehen, dass das Interesse von Bewerbern sich nicht nur auf den Job im engeren Sinne bezieht.

Was hat Ihnen bei Ihrer letzten /aktuellen Arbeit am meisten und am wenigsten gefallen?

Gehen Sie hierbei vor allem auf Aspekte ein, die Ihnen in Ihrem neuen Job zu gute kommen könnten und gehen Sie ruhig mehr ins Detail. Vergessen Sie nicht, der „Ton macht die Musik“; anstatt zum Beispiel zu sagen, Ihnen hätte die Atmosphäre im Unternehmen „gefallen“, versuchen Sie es mit folgender Äußerung: „ Mir haben das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Gruppendynamik während der Team-Arbeit sehr gut gefallen“.
Wenn Sie Aspekte beschreiben, die Ihnen weniger gut gefallen haben, so sollten Sie auf Folgendes achten: Der betreffende Verantwortungsbereich sollte nicht mit möglichen Anforderungen in der angestrebten neuen Stellung in Verbindung stehen. Gehen Sie sicher, dass Ihre Antwort jedoch darauf deutet, dass sie im Job maximale Leistung erbracht und viel Erfahrung gesammelt haben. Nutzen Sie diese Fragen, um in Ihrer Antwort zu zeigen, dass Sie „am Ball bleiben“ und sich selbst motivieren können, auch wenn der Ihnen übertragene Tätigkeitsbereich nicht (immer) ihren Interessen entspricht.

Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern?

Sollte Ihnen diese Frage gestellt werden, will der Interviewer „ans Eingemachte“ gehen und herausfinden, ob Sie dem Job gewachsen sind. Zeigen Sie ihre Arbeitsbereitschaft, indem Sie Ihre bisherige Motivation, ihre konkreten Erfahrungen und die Entwicklung ihrer Karriere zur Geltung bringen; damit unterscheiden Sie sich dann von Mitbewerbern. Gehen sie auf spezifische Kompetenzen ein, doch vergessen Sie nicht, dass Sie in erster Linie wegen des Jobs dort sind, das sollte nicht zur Nebensache werden.

Wo wollen Sie beruflich in drei Jahren stehen?

Antworten Sie nicht, dass Sie die Position Ihres Gegenübers anstreben oder sich gar als CEO des Unternehmens sehen. Gehen Sie eher auf Ihre professionellen Ziele ein, die Sie motivieren und antreiben; Sie sollten vor allem verdeutlichen, woraus Sie in diesem Job Ihre Motivation herleiten werden und was Sie erreichen möchten.

Haben Sie noch Fragen? Wollen Sie noch etwas hinzufügen?

Sollten Sie merken, dass der Interviewer noch immer nicht hundertprozentig von Ihnen überzeugt ist, nutzen Sie diese Frage, um offensiv zu argumentieren und eventuelle Zweifel Ihres Gesprächspartners zu beseitigen.
Zeigen Sie Ihr Interesse am Unternehmen, indem Sie im Voraus einige Fragen vorbereiten. Fragen Sie den Interviewer beispielsweise, wie das Unternehmen seine Corporate Culture gestaltet. Sie könnten Ihr Gegenüber auch fragen, ob ein Gespräch mit dem künftigen direkten Vorgesetzten vor dem Start im neuen Job geplant ist. Gehen Sie nicht mit der Einstellung in das Gespräch, dass Sie den Job unbedingt brauchen. Denn dann wirken Sie in der Regel doch verkrampft und wenig überzeugend. Wenn Sie so gut sind, wie Sie dies im Gespräch vermitteln wollen, sollten Sie klar machen, dass Sie auch vom Unternehmen überzeugt werden wollen.