Lehrlingsausbidung-Die Industrie als Wirtschaftsbereich der Zukunft

Die großen Industriekonzerne werden angesichts der wachsenden Knappheit an Arbeitskräften in einigen Berufen aktiv und sorgen mittels der Lehrlingsausbildung dafür, dass neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit stehen.
In den luxemburgischen Industriezweigen fehlen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und die Industrie läutet die Alarmglocken. Auch wenn der Fachkräftemangel bisher im nationalen Rahmen durch Anwerbungen von Personal im Ausland, hauptsächlich aus Deutschland, kompensiert wurde, so besteht doch das Risiko, dass sich der Mangel in den kommenden Jahren aufgrund des Eintritts von Angehörigen geburtenstarker Jahrgänge in den Ruhestand verschärft. Dies betrifft insbesondere die Berufe der Energieelektroniker und der Industriemechaniker im Wartungs- und Zerspanungsbereich.

Daher wurden die Experten des Wirtschaftssektors – wie im Fall von Husky – aktiv und diese initiierten - beginnend mit dem Jahr 2000- gemeinsam mit ArcelorMittal ein Ausbildungsprogramm für Lehrlinge. Seither schlossen sich andere Unternehmen wie Goodyear, Dupont de Nemours, Ceratizit und Euro-Composites diesem Projekt an oder sind gerade dabei, diesen Schritt zu tun. Gemeinsam mit staatlichen Stellen und der Fédil beschlossen sie, das Problem entschlossen anzupacken. Nach Ansicht von Walter Berettini, dem Lehrlingsausbildungs-Verantwortlichen von Husky, besteht die Zielsetzung darin, Jugendlichen an diese technischen Berufe heranzuführen, die zahlreiche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Konkret geht es darum, diese durch eine duale Ausbildung in den Betrieb zu integrieren. „ Wir haben beschlossen, unsere Mitarbeiter selbst auszubilden, ganz nach unseren Anforderungen, im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung,“ so äußern sich Alain Wollf und Romain Schmit, Verantwortliche und Koordinatoren der Lehrlingsausbildung, zuständig jeweils für die Energieelektroniker und die Industriemechaniker des Unternehmens Dupont de Nemours Luxembourg


Die Initiative richtet sich an diejenigen Jugendlichen, die die technischen Gymnasien des Landes absolviert haben. Die in Schule und Unternehmen stattfindende Ausbildung wird in einem Lehrlingsausbildungsvertrag zwischen den Jugendlichen, dem Unternehmen und der Handelskammer vereinbart. Sie endet mit einem Befähigungsnachweis (Diplôme d’aptitude professionnelle, DAP).

Falsche Vorstellungen von der Industrie überwinden

Je nach den Berufen werden folgende Anforderungen gestellt: Nachzuweisen sind gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und auch in Allgemeinbildung; dazu muss man sich für Technikthemen stark interessieren. Nicht zu vergessen die Sprachkenntnisse in Deutsch, damit man die allgemeinen Verfahren der in Luxemburg ansässigen Industriekonzerne versteht und in Englisch für die Kommunikation.

Im September 2015 beginnen die künftigen Lehrlinge ihre Ausbildung. Die Bewerbungsphase läuft gegenwärtig. Das Unternehmen Husky plant, acht bis neun Jugendliche auszubilden, DuPont de Nemours sechs Lehrlinge und als Abschluss erfolgen im Jahr 2018 dann die Übernahmen.
Nachdem der Wirtschaftssektor seit zwanzig Jahren keine systematische Öffentlichkeitsarbeit betrieben hatte, wurde beschlossen, die Gymnasiasten und die Eltern intensiver zu informieren. „Wir wollen das wenig attraktive Image der Industrie verändern: für zahlreiche Leute bleibt sie ein schmutziger Arbeitsort, schädlich für die Gesundheit, verbunden mit harter und gefährlicher körperlicher Arbeit und schlecht bezahlt… Aber dies trifft heutzutage überhaupt nicht mehr zu“, stellt Herr Berettini klar.

„Es gibt zahlreiche interessante Berufe. Und die Industrie bietet hinsichtlich der beruflichen Aufstiegs-möglichkeiten zudem denjenigen, die die Diversität und Veränderung schätzen, zahlreiche Perspektiven für die persönliche Weiterentwicklung, “ ergänzen Herr Wollf und Herr Schmit.